Der erste April soll ja ein witziger Tag sein, aber für mich war er es nicht. Erst war es ein langweiliger Tag, wie jeder andere, dann kam der Bus und ich stieg ein…
Das ist leider nicht der Anfang einer Geschichte, sondern mein gestriger Tag. Ich stieg in den Bus, um mich in der Stadt mit einer Freundin zu treffen. Kurz vor der Zielhaltestelle stand ich auf und dann bremste der Bus so stark ab, dass ich quer durch den Gang flog. Drei Meter weiter wachte ich wieder auf.
Ein junger Mann beugte sich über mich und fragte, ob es mir gut ginge. Ja, sagte ich, ich war schließlich bloß quer durch den Bus geflogen und mit dem Hinterkopf auf den Boden geknallt.
Der Busfahrer hat sofort einen Krankenwagen gerufen, denn ich war nicht die einzige, die auf dem Boden gelandet war. Erst dachte ich, ach, ist nix weiter, ich bin in Ordnung, dann dachte ich aber, ich warte lieber auf den Krankenwagen, wer weiß, wie stark ich auf den Kopf gefallen war. Dann rief wie durch Gedankenübertragung meine Mum an und sagte, ich solle auf jeden Fall mit ins Krankenhaus.
Da bin ich dann auch hin. Total verstört setzten die mich in ein Behandlungszimmer und ließen mich allein. Ich solle auf den Arzt warten. Klar doch, kein Problem. Ich sitz hier einfach rum und hab Kopfschmerzen. Ich rief dann noch mal meine Mum an, damit sie weiß, wo ich bin und sie kam dann gleich angestürzt. Gott sei Dank war sie da, denn ansonsten wäre ich durchgedreht.
Ich hasse Krankenhäuser, überall waren kranke Menschen und ich stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Aber der Arzt kam nicht. Erst etwa eine halbe Stunde später tauchte er in dem Zimmer auf, stellte mir Fragen, die ich kaum beantworten konnte, tastete alles ab, was er abtasten konnte, stellte noch mehr dumme Fragen („Unter einer Fremdsprachenkorrespondentin stell ich mir jemanden vor, der aus dem Ausland korrespondiert.“ HÄ??? Sorry, I don’t understand, cause ich bin auf den KOPF GEFALLEN!!!) und schickte mich dann zum Röntgen.
Da kam ich mir vor wie ein Stück Vieh. „Ziehen Sie sich aus! Drehen Sie sich so! Stellen Sie sich so hin! Drehen Sie sich anders herum!“ Und mir tat einfach nur alles weh…
Nach dem Röntgen kam eine andere Ärztin, die mir sagte, dass nix auf den Bildern zu sehen wäre (hat die Frau die Bilder überhaupt gesehen? Wer sind Sie? Was mache ich hier???) und schickte mich unter Vorbehalt nach Hause.
Draußen wartete meine Mum und wir fuhren nach Hause. Gott sei Dank, zu Hause ist es immer am Schönsten. Besonders bei Mutti. Und sie bemuttelte mich auch ganz lieb und schaute mich immer prüfend an, ob es mir auch gut ging. Wir wussten ja immer noch nicht, ob ich eine Gehirnerschütterung oder sonst was hatte.
Das Ende vom Lied ist, dass ich mich heute nicht wirklich bewegen konnte, überall an meinem Körper blühen blaue Flecken (sogar an Stellen, wo ich mich nicht gestoßen habe, ich schwöre es!) und ich will einfach nur heulen! Was für ein erster April….
Und..noch irgendwelche Nachwehen, oder alles in Ordnung?
Na ja, die blauen Flecken sind weg, aber mein Oberarm und mein Kopf tun manchmal noch weh. Das braucht wohl eine Weile, bis es heilt.
Und ich hab jetzt meine Zeugenaussage zur Polizei geschickt und Strafanzeige gegen den Menschen, der dem Bus die Vorfahrt genommen hat, erstattet. Mal sehen, was dabei rauskommt.