Wenig später sehe ich dich auf den Hof rennen, mitten ins Kampfgetümmel. Du wirfst dich dem ersten Mann entgegen, nach einem kurzen Gerangel geht er zu Boden und du rennst zum nächsten. Schreiend kämpfst du dich durch die feindlichen Horden. Ich schließe meine Augen und wende mich ab. Ich will nicht sehen, wie du stirbst. Die feindliche Übermacht scheint erdrückend.
Der Lärm des Kampfes dringt bis zu meinem Zimmer hoch. Ich sitze auf einem Stuhl und bete für dich, für uns. Schon lange drohte uns der Feind, Schlachten wurden geschlagen; immer gingst du siegreich aus dem Kampf hervor. Doch dieser Überfall sollte über Sieg oder Niederlage in diesem Krieg entscheiden. Ich bete, bete dafür das du auch diesmal siegreich und heil heimkommst.
Stunden vergehen, Stunden in denen ich mich nicht bewegen kann. Ich warte, hoffe, lausche. Der Lärm des Kampfes ist verebbt, nur noch die Schreie der Verwundeten sind zu hören. Ich hebe meinen Blick und schau zum Fenster. Blauer Himmel, ein herrlicher Frühlingstag. Langsam stehe ich auf und geh zum Fenster. Mit klopfenden Herzen schau ich in den Hof. Verwundete und Tote liegen über- und nebeneinander, einige Männer kümmern sich um sie. Du bist nirgends zu sehen.
Ich lasse meinen Blick über die Felder schweifen. Das feindliche Lager ist in der Ferne zu sehen, etliche Soldaten laufen darauf zu. Sie werden verfolgt von einer kleinen Gruppe unserer Soldaten. Ich kann deine hohe Gestalt unter ihnen erkennen. Du lebst, den Göttern sei Dank. Aufseufzend lass ich mich zu Boden sinken und spreche ein Dankgebet.
Einige Zeit später höre ich wie Männer in den Hof gerannt kommen. Sie jubeln, schreien ihre Freude über den Sieg über den Hof. Ich springe auf und stürze zum Fenster. Schnell überblicke ich die Szene im Hof, doch du bist nirgends zu sehen. Ich suche jeden Winkel mit den Augen ab, suche die Felder nach dir ab, doch ich seh dich nicht. Mein Herz rast, Tränen steigen mir in die Augen.
Doch dann höre ich schwere Stiefelschritte auf der Treppe. Die Tür wird aufgerissen und du stehst vor mir. Die Gefahr glitzert in deinen Augen, ein Lächeln umzuckt deine Lippen, dein Atem kommt stoßartig. Dreck und Blut klebt an dir, das Schwert hältst du noch immer fest in deiner Hand. Ich laufe auf dich zu und werfe mich in deine Arme; vor Erleichterung weine ich. Du nimmst mich fest in die Arme, küsst meinen Scheitel, flüsterst mir aufmunternde Worte ins Haar. Wieder einmal bist du gesund zu mir zurückgekehrt, ich kann es kaum glauben. Wir sind wieder vereint und der Krieg ist nun hoffentlich vorbei.
Inspired by Alan